Tetsuji Murakamii Sensei

 

Er ist im Jahre 1927 in der Prefektur von Shizuoka, in Japan, geboren. Im Alter von 19 Jahren begann er mit seiner Karate Ausbildung bei Meister Masaji Yamagushi, einem Aikido-Schüler von O-Sensei Ueshiba. Während 10 Jahren praktizierte er gleichzeitig zum Karate, Kendo, Aikido und Iaido. Im Jahre 1957 wurde er von Henri Plée nach Frankreich eingeladen.

 

Völlig im Vertrauen unterzeichnete er einen Vertrag in einer ihm unbekannten Sprache zu Gunsten der AFAM (Französische Akademie für Kampfkünste), dessen Besitzer H. Plée war. Tatsächlich waren die Konditionen dieses Vertrages nur mittelmässig und sie erlaubten es ihm kaum in diesem fremden Land zu überleben.

 

Bei Murakami Sensei, trainierte ein eifriger Schüler Namens Jim Alcheik vom franz. Secret Service und guter Freund von Lucien Victor Ott. Er war es, der später Lucien Victor Ott mit ins Training brachte und alles nahm seinen Lauf. Nach einiger Zeit des Trainings unter Murakami Sensei, begannen beide Experten sich über eine Weiterentwicklung einer multiplen Kampfsportart zu unterhalten. Da Ott sehr viel mit Polizei, Sicherheitsdiensten und Militärs trainierte, entwickelte er ein System, das sich schlicht Defence & Security nannte. Er entwickelte dieses weiter und eröffnete seine erste Schule in Frankreich, der er den Namen KUN-TAI-KO gab. Bei der Namensgebung griffen beide zurück ins Buch der Veränderungen – I GING!

Defense & Security unter Lucien V. Ott entwickelt sich

 

Lucien Victor Ott wurde am 21. Dezember 1931 als Sohn von Victor Ott, einem Unteroffizier des 1er REC der französischen Fremdenlegion, in Algerien geboren.

Mit Beginn des Indo-China-Kriegs 1947 meldete sich Lucien Victor Ott freiwillig für den Dienst in französischen Sondereinsatzkräften. Zunächst diente er bei der "2. Demi-Brigade SAS", später unter Colonel Bigeard beim "8. BCP".

Nach harten Einsätzen überlebte er verwundet sowohl das Debakel von Dien-Bien-Phu im Jahr 1954, als auch die Gefangenschaft bei den Viet-Minh, aus der ihm die Flucht gelang.

Als Mitglied des "Deuxieme Bureau„ des französischen Militärnachrichtendienstes, wurde er 1956 damit beauftragt, die operativen Personenschutzmethoden zur Absicherung hochrangiger Militärs zu evaluieren - eine für sein weiteres Leben maßgebliche und wegweisende Aufgabe.

Lucien Victor Ott's sorgfältige Analyse ergab, dass die gängigen Methoden im internationalen Personenschutz inzwischen uneffektiv und veraltet waren.

 

Er entwickelte daraufhin 1957 eine pro-aktive Personenschutzmethode, die er wie schon erwähnt, " Defense & Security " nannte.

Da es bis dahin kein Forum für Personenschützer gab, gründete er 1957 die "International Bodyguard Association" (I.B.A.), mit der Ausrichtung, als "Ideenschmiede" für Personenschützer sowie als deren länderüber-greifende Interessensvertretung zu fungieren.

Der Konflikt in Algerien stellte Lucien Victor Ott in den Bereichen Anti- und Counter-Terror vor neue Aufgaben, als er neben anderen Veteranen französischer Sondereinsatzkräfte auf der Höhe der O.A.S. (Organisation armée secrète) - Krise dazu auserwählt wurde, ein Personenschutzteam für Präsident de Gaulle zu bilden.

Diese Personenschutzgruppe entstand unter dem Oberkommando von General Monsabert; ihre Mitglieder wurden aufgrund ihrer Körpergröße in der Öffentlichkeit unter dem Namen "Les Gorilles" bekannt, eine Bezeichnung, die über das hohe taktische Können hinwegtäuschte, das den Erfolg des Teams bedingte.

Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst verstärkte Lucien Victor Ott seine Aktivitäten als Director General (DG) der I.B.A. Er erweiterte die Organisation stetig und baute einen beachtlichen Bestand an zertifizierten Mitgliedern auf.

Er wollte aber nicht nur die IBA aufbauen, sondern KTK ebenfalls den nötigen Anstoß geben. Hier war es aber nicht nur die Effektivität dieser Stilrichtung, sondern auch die Künste, die Philosophie und Ethik, die er einbringen wollte. Damit war KTK wie geschaffen für Personen, die sowohl die harte und kompromisslose Selbstverteidigung ohne Schnörkel und Pardon suchten, als auch für Anhänger der asiatischen Traditionen mit all seinen Verwurzelungen und Prinzipien. Warum nannte er seinen Stil gerade KTK, dessen Bedeutung „Mächtiger kleiner Körper“ war? Ganz einfach, es drückt den Grundgedanken von Lucien Victor Ott aus, sich in einer Notsituation auch mit einem schwachen Körper kräftig und effektiv zur Wehr setzen zu können. Bei KTK handelt es sich um eine Wortkombination, die nicht alleine japanisch ist. Es ist eine Mischung aus chinesisch und japanisch/okinawesisch. Dazu zog er das Wissen alter Chinesen zu Rate.

 

Die rein japanische Übersetzung wäre Jaku-Hai-Kyu. Er benutzte das Hexagramm Nr. 2 des Yin (gleichbedeutend mit Kun - weich) und das Hexagramm Nr. 28 DaGuo (über ein Ziel hinaus schießen - mit einer großen Kraft oder Willen).

 

1975 verlegte Major Ott seinen Lebensmittelpunkt nach Brüssel, und bildete dort in der "I.B.A. Defense and Security Academy " in der Rue de l'Etoile Personenschützer aus.

 

Er legte die Qualitäts- und Managementstandards fest, die noch heute das Bild und die Vorgehensweise der I.B.A.bestimmen. Parallel dazu arbeitete Major Ott als Sicherheitsberater für Firmen und staatliche Stellen sowie als Einsatzleiter im Personenschutz.

 

Einen Teil seines Ruhestands verbrachte Major Ott in München a. d. Isar.

Beständige Abwesenheit von seiner Familie durch seinen Dienst führte zur Trennung mit anschließender Scheidung von seiner Frau und seinen zwei Kindern Veronique und Didier.

Lucien ging nach München wo er sich als Stuntman und Double versuchte. In München eröffnete er eine Schule für Stuntman und Laiendarsteller. Es dauerte jedoch nicht lange, bis Lucien als Bodyguard in die Welt des Showbiz einzog. Hinzu kam jetzt noch die enorme Nachfrage von Militärs- Polizei und Sicherheitseinheiten, die ihn als Ausbilder wollten. Mitte der siebziger Jahre ging er wieder zurück nach Brüssel, um dort seine neue Schule „Defence & Security' in Uccle, zu eröffnen. Von dort aus hat er unter anderem die Königlich-Belgische Polizeiakademie ausgebildet und war sehr schnell bei allen anderen belgischen Militär- Sicherheits- Polizeieinheiten und Kampfsportvereinigungen bekannt und geachtet.

 

Während Lucien Ott in München war, hat er einen Club in einem kleinen Appartement im Gebiet um Schwabing eröffnet. Dort traf er auch seinen ersten Schüler, um ihm sein Wissen zu vermitteln. Sein Name war Walter Obermayer (später hat Obermayer den Namen seiner Frau - Smigielski übernommen). Von dort aus ist er öfter in die bayerischen Alpen gefahren. In Brannenburg nähe Rosenheim, eröffnete er in der Wendelstein Halle sein zweites Dojo in Deutschland. Nach etwas mehr als einem Jahr musste er Deutschland leider wieder verlassen, um nach Brüssel zu gehen. Er hinterließ zwei Schüler, die wie er, gerne gereist sind. Sie haben jede Chance genutzt mit Lucien in Brüssel zu trainieren, was nach sich zog, dass in den Jahren zwei Schwarzgurte reiften. Einer davon war in Brannenburg mit Namen Norbert Punzet. Punzet wie auch Smigielski waren verantwortlich für das Wachstum von KTK in Deutschland.

Ott wurde in den offiziellen Ausschuß der Direktoren der World Ju-Jutsu Federation mit der Funktion des Vizepräsidenten für Deutschland und des Präsidenten für Belgien gerufen. Sein letztes großes Sicherheitsprojekt war -bevor er 1990 verstarb - die Mitorganisation der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona / Spanien. Dort war er im Sicherheitsrat als Berater tätig.

Im Dezember 1989 wurde Lucien mit Krebs im letzten Stadium diagnostiziert und zum Erasmus Institut in Anderlecht, eingeliefert, wo er im Februar 1990 verstorben ist.. Es war der Wunsch von Lucien Ott, dass sich James G. Shortt um die Belange des KTK sowie der IBA kümmern sollte. Jedoch konnte James G. Shortt, der im Bereich IBA schon sehr in die Fußstapfen von Lucien war seiner Bitte der Leitung des KTK nicht nachkommen. So trat an diese Stelle Jim Van de Wielle aus Antwerpen/Belgien.